Veranstaltungen der Eutiner Landesbibliothek

Jeden ersten Freitag im Monat, 16 - 18 Uhr: Büchersprechstunde in der Eutiner Landesbibliothek

Kostenlose Begutachtung und Bewertung alter Bücher sowie Beratung in Restaurierungsfragen.
Sonnabend, 2.9.2017, 19:30 Uhr

Jens Baggesen als Europäer

Vortrag von Prof. Dr. Karin Hoff (Göttingen)

Veranstaltung der Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft und der Eutiner Landesbibliothek
Eutiner Landesbibliothek, Seminarraum
Eintritt: 5 €, Mitglieder der Voß-Gesellschaft, Schüler und Studierende frei  

Auch wenn Jens Baggesen (1764-1826) als deutschsprachiger Dichter kaum jemals die Aufmerksamkeit erfahren hat, die er sich erhofft haben mag, ist sein Werk Teil nicht nur der dänischen, sondern einer europäischen Literatur- und Kulturgeschichte. Als bilingualer Autor und Vermittler der deutschen, dänischen und französischen Kultur und Literatur innerhalb Europas ist der vielgereiste und polyglotte Autor heute vielleicht aktueller denn je. Dieses Charakteristikum seiner bi- oder transnationalen Autorschaft, das ihn zu Lebzeiten auszeichnete, hat auch überdauert: Ungeachtet der Tatsache, dass er mit Ausnahme seines großen Reisebuches Labyrinten (1792/ 93) aus den dänischen – und lange schon aus den deutschen – Literaturgeschichten verschwunden ist, ist er dennoch insofern präsent, als man seiner Jubiläen immer wieder gedacht und „den großen Europäer“ auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenzen gewürdigt hat.

Der Vortrag möchte Baggesen in jeder Hinsicht grenzüberschreitendes Wirken an ausgewählten Texten aus seinem umfangreichen Oeuvre exemplarisch vorstellen und dabei auch auf Baggesens Freundschaft zu Johann Heinrich Voß und auf seinen Einsatz für Friedrich Schiller eingehen.

Mittwoch, 20.9.2017, 19:30 Uhr

»Ohne zu reisen ist man wohl ein armseeliges geschöpf!« –
Von musikalischen Wanderjahren bis zur Virtuosentour

Vortrag von Martin Karl-Wagner (Eutin)

Veranstaltung der Freunde der Eutiner Landesbibliothek und der Eutiner Landesbibliothek im Rahmen der 22. Eutiner Weber-Tage 2017
Eutiner Landesbibliothek, Seminarraum
Eintritt frei  

Warum und wie begaben sich Künstler auf beschwerliche, zuweilen sogar gefährliche Fahrten? Wolfgang Amadeus Mozart verbrachte fast ein Drittel seines Lebens auf Reisen. Louis Spohr und Carl Maria von Weber waren Handlungsreisende in eigener Sache, auf der Suche nach Kompositionsaufträgen, einer lukrativen Festanstellung oder der Gelegenheit für einen lohnenswerten Konzertauftritt. Wie sah der Alltag aus auf diesen Touren, welche Probleme bereiteten Zollformalitäten und wie ließ sich kostengünstig oder bequem reisen?
Eine musikalische Umrahmung mit Duetten von Weber, Mozart und Spohr spielen Juliana Soproni und Shenoll Tokaj – Violine

Mittwoch, 15.11.2017, 19:30 Uhr

Das »Eutinische Theatre« – Ein Jahrzehnt höfischen Theaterlebens in der Residenz des Fürstbischofs von Lübeck (1776-1785)

Vortrag von Prof. Dr. Axel E. Walter (Eutin)

Veranstaltung der Freunde der Eutiner Landesbibliothek und des Freundeskreises Schloss Eutin im Rahmen der 22. Eutiner Weber-Tage 2017
Eutiner Landesbibliothek, Seminarraum
Eintritt frei
Zwischen 1776 und 1785, im letzten Jahrzehnt der Regierung Herzog Friedrich Augusts, leistete sich der Eutiner Hof ein eigenes Theater. Dafür war die Orangerie, die sich heute noch im Schlossgarten befindet, eigens umgebaut worden. Jährlich kamen für einige Monate im Herbst und Winter reisende Schauspielertruppen in die Residenzstadt des theaterbegeisterten Fürstbischofs von Lübeck, der selbst an der Auswahl der Stücke mitwirkte. Aktiv involviert in die in diesen Monaten jeweils regelmäßig durchgeführten Theaterabende war die Hofkapelle; auch nach deren offizieller Auflösung 1781 nahm der Anteil der Opernaufführungen allerdings nicht ab, vielmehr bot die Spielzeit für die Mitglieder der ehemaligen Hofkapelle einschließlich ihres Kapellmeisters Karl Anton von Weber immerhin ein temporäres Engagement.
Der Vortrag rekonstruiert anhand der erhaltenen Akten, Antritts- und Abschiedsreden sowie anderer zeitgenössischer Quellen das kurzzeitige Theaterleben am Eutiner Hof, das auch für die Bürger der Residenzstadt zugänglich war. Beleuchtet wird damit ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Eutiner Kulturgeschichte des späten 18. Jahrhunderts, das in die kleine Residenzstadt noch einmal höfischen Glanz brachte und so auf seine Weise zur kulturellen Blüte Eutins um 1800 beigetragen hat.